Günther Rautz
g.rautz@eurac.edu
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20.02.2026
Grönland – Aus persönlicher und geopolitischer Perspektive
Vortrag und Diskussion über die aktuellen Entwicklungen auf der Arktisinsel. Persönliche Einblicke gibt der Südtiroler Robert Peroni, der seit 40 Jahren in Grönland beheimatet ist.
- Date: 20.02.2026, 19:00
- Place: Palais Toggenburg, Runkelsteinerstraße 1, Bozen
- Info:
Am 20. Februar 2026 um 19.00 Uhr spricht Robert Peroni im Palais Toggenburg im Rahmen der CASA-Talks über sein Lebenswerk, dem Roten Haus, das er seit 30 Jahren als Gästehaus in Tasiilaq an der Ostküste Grönlands betreibt. In einem Land, das noch keinen Tourismus kannte, gibt er inzwischen 65 einheimischen Inuit eine Arbeit und schuf eine Begegnungsstätte zwischen Gästen aus dem Westen und den Grönländern. Über die schwierigen Anfänge, die Lebensweise der indigenen Bevölkerung und die neuen geopolitischen Herausforderungen erfahren Sie mehr bei dem vom Institut für Minderheitenrecht von Eurac Research und dem Club Alpbach Südtirol/Alto Adige organisierten Salongespräch.
Vor 40 Jahren kam der damalige Extremsportler Robert Peroni im Zuge einer Expedition nach Grönland, die sein gesamtes Leben veränderte. Von den 56 000 Einwohnern Grönlands sind 47 000 Inuits und 9 000 dänischen Ursprungs. 80 % der 2,16 Mio. km² Landfläche sind von Eis bedeckt (Südtirol im Vergleich: 540.000 Einwohner und 7.400 km²). An der Ostküste Grönlands, mit dem Hauptort Tasiilaq, wo der Südtiroler Peroni seine zweite Heimat gefunden hat, leben etwa 3.000 Menschen hinter dem bis zu 3 km dicken Eispanzer, entlang dem 20.000 km langen, aber nur wenige Kilometer schmalen eisfreien Küstenstreifen, zwischen Inlandeis und Nordmeer. Seit der Gründung des Roten Hauses vor mehr als 30 Jahren bietet Peroni einem Teil der Bevölkerung Tasiilaqs ein gesichertes Einkommen sowie neue Perspektive und Anerkennung. Denn der ursprünglich nomadischen Lebensweise, die auf der Jagd nach Meeressäugern wie Robben, Wale oder Eisbären sowie Fischfang basierte, wurde durch Tier- und Naturschützer, Handelsboykotte und in zunehmendem Ausmaß durch den Klimawandel die Grundlage entzogen. Im Jahr 1979 erhielt Grönland vom dänischen Staat eine weitreichende territoriale Autonomie. Nach dem Beitritt Dänemarks zur Europäischen Gemeinschaft (EG) 1973 sollte die Sonderautonomie die Fischerei-Erträge der Grönländer vor dem europäischen Binnenmarkt schützen. 1985 wurde das Gebiet Grönlands aus dem EU-Territorium ausgegliedert und wird seither im Verhältnis zur EU als Überseegebiet eingestuft. Ende 2008 stimmten 76 % der Grönländer für einen weiteren Ausbau der Autonomie, und führende Politiker streben die Unabhängigkeit von Dänemark erst mittel- bis langfristig an. Bis zu den massiven Besitzansprüchen von US-Präsident Donald Trump scheiterten diese Bestrebungen auch an der finanziellen Abhängigkeit von jährlich 375 Mio. US-Dollar, mit denen die wirtschaftliche Lage vom Staat Dänemark gestützt wird. Jetzt ist den Menschen in Grönland nichts wichtiger als ihre Freiheit und Unabhängigkeit von den USA, so Peroni. Statt der Drohgebärden aus Washington bräuchte es für die geopolitisch strategisch wichtig gelegenen Arktisinsel ein gemeinsames staatenübergreifendes Vorgehen, um den Inuits ein menschenwürdiges Anpassen an die globale Erderwärmung zu ermöglichen und einen verantwortungsvollen Abbau der reichlich vorhandenen Bodenschätze sowie der Gas- und Ölvorkommen zu gewährleistet.
Nach einer kurzen Begrüßung von Simon De Zordo vom Club Alpbach Südtirol/Alto Adige moderiert Gabriel N. Toggenburg den Vortrag von Robert Peroni im Palais Toggenburg, am 20. Februar, Runkelsteinerstraße 1 in Bozen.

Politica,diritti, uguaglianza, LGBTQIA+, azioni,reazioni,resistenze
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